Das muss ich kurz loswerden

Herr Küppersbusch bringt es in der taz auf den Punkt:

„Das Urheberrechtsabkommen ACTA treibt Menschen auf die Straße. Am Samstag wurde europaweit gegen das Abkommen demonstriert. Haben Sie verstanden, warum?

Weil es kein Urheber-, sondern ein Verwertungsrechtsabkommen ist. Ein Beispiel: Die Süddeutsche Zeitung druckte Interviews und Texte über Produktionen meiner Firma. Wir stellten es – stolz, na klar – auf unsere Homepage. Eine Anwaltskanzlei mahnt uns ab, und wir zahlen der Süddeutschen jedes Mal 500 Euro für Content, der auf unserer Urheberei beruht. (…) Der Einzige, der definitiv keine Rechte an seinem Werk hat, bin ich – der Urheber. ACTA verstärkt die Macht der Vermarkter gegen Verbraucher und Urheber entscheidend weiter; es ist ein Selbstmordversuch für ideengetriebene Volkswirtschaften. Der Furor vieler Piraten, bei der Gelegenheit das Urheberrecht gleich mit abzuräumen, macht es schwer mitzudemonstrieren.

Aus der taz vom 12.2.2012

So ist das mit der Krise

„Journalismus ist kein Geschäftsmodell, keine Arbeitsstelle und keine Branche. Journalismus ist eine Aktivität. Sie wird es auch in Zukunft geben, weil sie eine gesellschaftliche Funktion hat. Die journalistischen Praktiken aber werden sich erheblich wandeln – und nicht mehr allein in der Hand von Berufsjournalisten liegen.“

Robert G. Picard (in der Übersetzung von David Pachali/rml) auf Carta

Spooky

Als George Dyson nach seiner Rede (…) mit einem Googlemitarbeiter über das umstrittene Book-Search-Projekt diskutierte, sagte dieser kühl: „Wir scannen all diese Bücher nicht, damit sie von Menschen gelesen werden, wir scannen sie, damit sie in Zukunft von einer Künstlichen Intelligenz gelesen werden.“

Alex Rühle auf sueddeutsche.de über einen Besuch bei Google.

Brrrr… Warum ist mir plötzlich so kalt?

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Mehr Leidenschaft bitte

Verzweifelt versucht mancher nicht das zu denken, was undenkbar scheint: Dass Zeitungen vielleicht irgendwann einmal nicht mehr existieren. Die Gefahr besteht. Es besteht auch die Gefahr, dass eine Periode naht, in der Qualitätsjournalismus nicht finanzierbar ist.

Journalismus aber, mahnen Journalisten, ist fundamental wichtig für eine demokratische Gesellschaft.

Und das ist richtig.

Nur ist die fundamentale Wichtigkeit allein kein Grund für die wirtschaftliche Existenz – weder bei Medien noch in irgendeinem anderen Bereich.

Thomas Knüwer geht mit uns Journalisten hart ins Gericht. Seine lesenswerten Ausführungen erschienen am 16. 4. 2009 unter der Überschrift „Sind wir alle Harald Schmidt?“ auf seinem Handelsblatt Weblog Indiskretion Ehrensache.

Tschüss MTV

A higher percentage of 15-24 year olds in the UK have watched a music video on YouTube than on dedicated music channels, according to a new study. The report found that 57% of 15-24 year olds watched music on YouTube, compared to 56% watching them on TV.

Meldung auf BBC News (Quelle: Eine Marktforschungsstudie der Ipsos MediaCT, die im März 2009 die Sehgewohnheiten im Vereinigten Königreich untersuchte; n > 1500).

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Schön wolkig

Ohne das Buch auch nur einmal aufgeschlagen zu haben, habe ich Tobias Rapps „Lost and Sound – Berlin, Techno und der Easyjet“ schon ins Herz geschlossen – wegen der Gestaltung der Rückseite. Ein schönes Beispiel dafür, wie die Errungenschaften des Web immer weiter in alle anderen Mediengattungen diffundieren. Rapp klatscht einfach eine schlau compilierte Tag Cloud auf die letzte Umschlagseite und informiert dadurch deutlich besser über den Inhalt seines Buchs als durch einen althergebrachten Klappentext.

Gleich im Vorwort gelingt ihm übrigens eine sehr putzige Definition von Techno und House:

„Das eine ist die Musik mit dem geraden Bummbummbummbumm. Und das andere die Musik mit dem geraden Bummbummbummbumm, über das eine Diva „Release Me!“ singt.“

Ein viel versprechender Einstieg.

So kann man das auch sehen

Warum spielen in Bands so wenige Frauen?
Weil Mädchen keine Künstler werden müssen. Sie erschaffen Leben. Das ist viel interessanter als Bullshit zu erschaffen.

Ein erstaunlich selbstkritischer Mr. Oizo setzt im ME 3/09 auf traditionelle Rollenzuschreibungen.

Viel fortschrittlicher sind diese Multitasking-fähigen jungen Damen. Sie erschaffen Leben und machen währenddessen, ähm, großartige Kunst: