Spielerei

Ziemlich clevere Verknüpfung von Spielzeug für kleine und große Jungs: Über die Lego-Konstruktion lässt sich – entsprechendes Fingerspitzengefühl vorausgesetzt – das Game auf dem iPhone steuern. Von derlei Extensions in virtuelle Welten konnten wir als Kinder früher nur träumen. Damals war Lego zwar auch schon bunt, aber ausschließlich quaderförmig. Wenn ich mir anschaue, was für krasses Zeug heute die Kinderzimmer besetzt hält, dann würde ich für einen kurzen Moment gerne wieder klein und dumm sein. Der Millennium Falcon hier ist zum Beispiel schon für weniger als 600 Euro zu haben. Ein echtes Schnäppchen.

via

Best Of 2009 – Der Countdown – 1

The XX – „XX“ (XL-Beggars/Indigo)

Meine Lieblinge: The XX, die besten Post-Punk-Hipster-Wanker des Jahres! Minimalismus in seiner attraktivsten Darreichungsform. Wer waren gleich noch mal The Kills? In der Supermodel-freien Zone von The XX verlieren sich anämische Wave-Gitarren in weiten, menschenleeren Klangräumen. Zwar stehen sie im Video ziemlich angestrengt unmotiviert da – wie uncoole Enkel von The Cure. Aber diese Boy-Girl-Duette sind schlicht fantastisch. Dabei sind die vier drei Londoner so jung, dass sie wahrscheinlich noch gar nicht kapiert haben, wie geil ihr Debütalbum eigentlich ist.

Best Of 2009 – Der Countdown – 2

Major Lazer – „Guns Don’t Kill People… Lazers Do“

Aus einer Bierlaune heraus erschufen Diplo und Switch diesen Cyborg mit der Laser-Hand. Dancehall-Madness, top-notch Beats, Handy-Gebimmel und wiehernde Pferde – wissen die beiden DJs/Producer eigentlich, was sie tun? Oh ja! Sie mögen es halt wicked. Nicht ohne Grund schickt seit ein paar Jahren jeder, der auch nur einen Funken Style im Leib hat, keinen Tune ohne Diplo- oder Switch-Remix in die Clubs: Bloc Party, Santigold, CSS, Hot Chip, Justin Timberlake, Kanye West, Radiohead, P. Diddy oder, ähm, Britney Spears. Aber eines können die beiden nicht: singen. Deswegen mussten Amanda Blank, Mr. Vegas, Mr. Lex oder Santigold ran. Rewind-verdächtig.

Best Of 2009 – Der Countdown – 3

Scott Matthew – „There Is An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage That’s So Violent To Cross It Could Mean Death“ (Glitterhouse/Indigo)

Nein, das ist nicht der längste Album-Titel aller Zeiten. Aber „There Is An Ocean…“ ist das sympathischste und romantischste Drama-Folk-Album des Jahres. Der bärtige nach New York ausgewanderte Australier steht einem Antony Hegarty in nichts nach, schmachtet mindestens so ergreifend wie der mit den Johnsons. Sein Hang zur Theatralik hat ihm Vergleiche mit Morrissey oder David Bowie eingebracht – und das passt zu diesem rastlosen Musiker, der offensichtlich nur in seinen Konzerten ganz ruhig wird. Da sitzt Scott auf einem Hocker, begleitet von Piano und Cello zupft er an einer kleinen Ukulele rum, singt herzerweichend und schüttet Unmengen von Rotwein in sich rein, ohne betrunken zu werden. Einzigartig.

Best Of 2009 – Der Countdown – 4

Harmonic 313 – „When Machines Exceed Human Intelligence“ (WARP/Rough Trade)

Als ob es noch eines Beweises bedurft hätte… Die Maschinen werden bald die Herrschaft ergreifen und uns Säugetiere regieren. Damn, das wird toll. Mark Pritchards Maschinen haben den IQ-Test auf jeden Fall schon bestanden und räumen sich mit ihren Apokalypsebässen den Weg frei – ein Elektro-Techno-HipHop-Dubstep-Acid-Massaker, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Schon lange nicht mehr passiert, dass mir beim routinemäßigen Sichten eines CD-Stapels ein Album untergekommen ist, das mich vom ersten Moment an so gefesselt hat, dass mir erst mal die Kinnlade nach unten geklappt ist. Verblüfft und begeistert wie ich war. Ach, was liebe ich diese menschenfeindlichen Soundscapes, diese Retro-SciFi-Ästhetik und diese cheapen Computer-Sounds. Go Maschine, go!