Bewegte Bilder

Simply Video@Kunstmuseum Stuttgart

Bis zum 22. August im Stuttgarter Kunstmuseum zu sehen: „Simply Video – Bewegte Bilder aus der Kunsthalle Bremen„. Das beste Exponat ist gleichzeitig auch eines der ältesten. Die Closed-Circuit-Videoinstallation „mem“ von Peter Campus entstand schon 1974/75 und erlaubt Interaktion mit dem Besucher. Gefällt mir ja generell gut, wenn man im Museum ein wenig rumspielen darf. Hatte leider nur mein Handy zur Hand, deswegen war mehr als dieses lausige Bild nicht drin. Einige der anderen neun Projektionen und Videoskulpturen sind aber zum Teil erschreckend simpel. Wer gerade ein Stündchen Zeit hat, kann trotzdem mal reinschauen.

I Feel Like Screendancing

Irgendwann in den 90ern ging das los, dass man im Club auf einmal etwas zu sehen bekam. Im Idealfall synchron zur Musik ineinander gemorphte kleine Kunstwerke, häufig aber nur uninspiriert aneinandergereihte Schnappschüsse vom letzten Ostseeurlaub des VJs oder so was. Die noch recht junge Kultur der Club-Visuals wird heute ab 20 Uhr schon musealisiert: Initiator und Kurator Alexis Waltz eröffnet im .HBC in der Karl-Liebknecht-Straße (am Alex) die bis zum 3. Juni laufende Ausstellung „Screendancing – A Retrospective Of Berlin Club Visuals„. I’ll be there.

In den nächsten Wochen zeigen ein paar Veteranen des Genres, wie das live aussieht:

VIDEOCONCERTs at the .HBC KINOSAAL :
15.05. telematique & u-matic with DJ Errorsmith * JUTOJO with DJ Phillip Sollmann/Efdemin
22.05. Lillevan (solo) * Jörg X. Franzmann with Kotai live
29.05. Pfadfinderei with t.b.a. * visomat inc. with DJs Bass Dee, Feed

Genial geklaut

Skateboardanimation from Tilles Singer on Vimeo.

Der Künstler schreibt: „A ton of digital photos, a ton of real life magazines, an hour of recording music. Unfortunately i cannot tell exactly which photographer is responsible for which photograph in the fist place. I found some of the photography on the web, in Foundations That’s Life and in skateboard magazines such as Monster Skateboard magazine, Limited Skateboarding magazine and Place magazine.
Thanks to everyone who made that little video possible.“

(Thanks Gün)

Neulich auf Chatroulette

Chatroulette!, dieser Zufallschat mit Webcam, wird ja seit ein paar Wochen ausführlichst in allen Medien analysiert. Die Quintessenz: Gelangweilte Männer sitzen im Halbdunkel und starren auf andere gelangweilte Männer irgendwo auf der Welt und zwischendurch immer wieder auf Genitalien, Gruppen von feixenden Teens, Freaks und einmal im Jahr auch auf eine Frau (hier ein erklärendes Filmchen). Dass man die Seite auch kreativ nutzen kann, zeigen nun I Am Chien aus Frankreich.

via

Im Kopf von Cibelle…

Credit: Socrates Mitsios

… existiert eine Sonja Khalecallon. Die spielt in einer Band, den Los Stroboscopious Luminous, und geht wahrscheinlich davon aus, Teil eines Agenten-Movies zu sein. Oder eine Weltverschwörung, die direkt in eine nukleare Katastrophe mündet, oder etwas in der Art.

Aber eigentlich will Cibelle nur Promo für ihr im April erscheinendes Album „Las Vênus Resort Palace Hotel“ machen, was ihr auch gut gelingt, wie dieser Post beweist. „Lightworks“ ist ein Cover einer Komposition des nicht weniger exzentrischen Raymond Scott:

Cibelle in: ‚Lightworks‘ from Crammed Discs on Vimeo.

Musée Mécanique – Hold This Ghost

Sean Ogilvie und Micah Rabwin sind die beiden Hauptakteure bei Musée Mécanique. Benannt haben die beiden singenden Multiinstrumenalisten ihre Band nach dem – dieser Hinweis darf in keiner Rezension fehlen – Musikinstrumente- und Spielautomaten-Museum an der Fisherman’s Wharf in San Francisco. Einem beliebten Touristen-Treff, wo sich (zumindest als ich vor ein paar Jahren dort war) ein paar Punks, die sich selbst als Freaks bezeichneten, ihren Lebensunterhalt damit verdienten, sich gegen Geld mit Touris fotografieren zu lassen. Für einen kurzen Moment dachten wir damals darüber nach, unsere Urlaubskasse auf ähnliche Weise aufzubessern. Hatte mein Reisebegleiter doch neben einer eindrucksvollen Gesichtsbehaarung immerhin eine ziemlich eklig speckige Freak-Brothers-Basecap im Fundus. Seine damalige Lieblingsmütze, die er übrigens auch bei der Einreise in die USA getragen hatte. Und die gefiel dem Immigration Officer auf Anhieb so gut, dass er uns etwas ausführlicher interviewte als die anderen Reisenden vor uns in der Schlange.

Ziemlich unfreakig dagegen das Debütalbum der Band aus Oregon. Trotzdem nicht ganz unpassend der Name, denn das Quintett hat ein Faible für alte klapperige Instrumente. Auf Akkordeon, Glockenspiel, Melodica, singender Säge, analogen Synthesizern oder Akustikgitarre hauchen Musée Mécanique zehn wertvolle Songs hin. In ihrer Leichtigkeit und sonnendurchtränkten Wärme erinnern sie dabei häufig an die Kollegen von Air. File under: Melodische Musik zum Wohlfühlen. Zusammen mit einigen anderen neuen, mir noch gänzlich unbekannten Alben habe ich „Hold This Ghost“ vor ein paar Wochen auf meinen Shuffle geschaufelt und im Random-Modus durchlaufen lassen. Immer wenn mir ein Lied gut gefiel, ließ ich die Stimme aus dem Off, die Voice-over-Funktion, Titel und Interpret aufsagen. Musée Mécanique waren oft dabei, dank der zerbrechlichen Zartheit ihrer Songs und dank der verspielten aber nie überladenen Arrangements.

Musée Mécanique sind übrigens bald mit Get Well Soon in Deutschland unterwegs. Termine da.

Und zum Schluss noch das Video zur ersten Single „Like Home“:

(erscheint am 29. 1. via Souterrain Transmissions/Rough Trade, auch auf Vinyl)

Murphy’s Mansion

Während hier beinahe das Quecksilber im Thermometer gefriert, hat sich James Murphy eine bescheidene kleine Villa im sonnigen LA angemietet, um – wie vor einiger Zeit angekündigt – an einem neuen LCD-Soundsystem-Album zu arbeiten. Das Video zeigt erste Impressionen aus dem Studio. Sehr laid back alles, auf dem Flügel stehen zufällig ein paar Champagnerflaschen rum, hinter dem Haus wartet ein Pool auf die gestressten Musiker. Wie das Album heißt, oder was wir musikalisch zu erwarten haben, verrät er allerdings nicht.

via