The Streets im Stream

Zwei Gründe, warum ich das neue The-Streets-Album mag:

1.) „Computers And Blues“ klingt bedroomiger als die letzten Longplayer.

2.) Skinners Michl hat endlich jemanden gefunden, der ihm am Mikro aushilft: Rob Harvey von The Music. (Erhöht natürlich die Cheesyness, macht aber nichts.)

The Hype Machine streamen schon jetzt, ein paar Tage vor VÖ, das neue, das fünfte, das hoffentlich (entgegen aller Ankündigungen) nicht letzte The-Streets-Album.

Was ich allerdings nicht verstehe: Warum Warner Music Germany, die veröffentlichen das Album bei uns, auf der Company-Website noch nicht mal die Tracklist parat hat. Die letzte News zu The Streets datiert auf den 16.2.2009.

Alben, über die ich viel zu lange geschwiegen habe (Teil 1)

Und auch nur, weil ich die bei meinen Auftraggebern nirgendwo unterbringen konnte. Im Print ist der Platz nun mal begrenzt und was haben wir von Herrn Markwort gelernt? „Immer an die Leser denken!“ Jeremy Jay und Rex The Dog sind für die Leser der Publikationen, für die ich arbeite, leider von nachgeordnetem Interesse.

Also:

Rex The Dog – „The Rex The Dog Show“

Warum hören?

Weil maximum raveability und advanced craziness sich selten so gut verstehen wie auf diesem Album, das eigentlich kein richtiges Album ist, sondern eine Zusammenstellung von ein paar Maxis und Remixes (für The Knife und The Sounds) – ergänzt um einige neue Stücke. Die extrem verdichteten Bratze-und-Quietsche-Tracks „Prototype“ und „Frequency“ verteidigen übrigens schon seit Jahren ihren Stammplatz in meinem Plattenkoffer. Elektro und Acid mit Pop-Appeal und dieser beliebten Analog-Anmutung, bei der uns Kindern der 80er-Jahre immer ganz warm ums Herz wird.

Jeremy Jay – „A Place Where We Could Go“

Warum hören?

Weil der dritte Song des Albums, „Beautiful Rebel“, zum Schönsten, Anrührendsten, Zerbrechlichsten, Schlampigsten und somit Perfektesten gehört, was mir in den letzten Monaten untergekommen ist. Ein neuer David Bowie, romantisch und verspielt, mit kratziger Gitarre und kaputtem Schlagzeug, voller Sehnsucht und in einen aussichtslosen Kampf gegen die Welt verwickelt. Unbeschreiblich!

Übrigens:

Mike Skinners neues Album habe ich mir absichtlich noch nicht angehört. Das werde ich möglichst lange rauszögern, denn nach allem, was ich bisher so mitbekommen habe, befürchte ich, da ist eine Ikone dabei, ganz derbe auf die große Klappe zu fallen. Schon auf „The Hardest Way To Make An Easy Living“ hat sich Skinner in eine Sackgasse manövriert: Er kann einfach nicht singen. Macht’s aber trotzdem immer wieder. Und heuer drückt er dazu auch noch dauernd auf die Tränendrüse. Larmoyanz und mangelndes Talent – nicht die beste aller möglichen Kombinationen.

Update: Ist dann alles doch nicht so schlimm wie befürchtet. Denn zu Larmoyanz und mangelndem Talent gesellt sich eine neue ernst zu nehmende Ernsthaftigkeit. Also: The Streets mit deutlich mehr Substanz als erwartet.