A Year In Bass Music

Over Distant Mountains: A Year In Bass Music by Soulmind

SBTRKT, Zomby, Mount Kimbie, James Blake, …  Mein NI-Homie Karsten Soulmind liebt die Kritikerlieblinge des letzten Jahres. Sein smoother Mix passt prima zu dem entspannten Samstagabend, der auf meiner Couch gerade anbricht. Bitte jetzt auf „Play“ drücken, es ist genug Bass für alle da.

Best Of 2011

Jamie xx Essential Mix by Young Turks

Bisher listete ich kurz vor Silvester die Alben oder Tracks auf, die ich in dem jeweiligen Jahr am häufigsten gehört hatte, gut fand oder denen ich eine so große Relevanz beimaß, dass sie unbedingt erwähnt werden mussten. 2008 zum Beispiel, 2009 als Countdown in zehn Akten, 2010 getrennt nach Alben und Tracks. Bei der Auswahl vertraute ich auf (jetzt dreh ich den Swag auf) meinen vorzüglichen Geschmack, mein umfangreiches, über viele Jahre hart erarbeitetes, beinahe enzyklopädisches Wissen im Bereich populärer Musik, mein dadurch geschärftes und natürlich untrügliches Gespür für Trends, meinen iTunes-Wiedergabezähler und den einen oder anderen Zufall.

Dieses Jahr ist alles anders. Mein Musikkonsum hat sich mittlerweile so stark verändert, dass ich keine solchen Listen mehr zusammenstellen mag. Alben höre ich kaum noch, nur noch wenig läuft über die eigene Festplatte und iTunes. Natürlich habe ich auch schon in den letzten Jahren viel auf Youtube, Last.fm, Hype Machine und sonstwo im Netz gehört. Aber es gab tatsächlich immer noch ein paar Alben oder einzelne Songs, die ich immer mal wieder rauskramte oder anklickte und die deswegen einen bleibenden Eindruck hinterließen.

2011 war das nicht mehr der Fall. Natürlich haben mich SBTRKT, Ghostpoet, Azealia Banks, A$AP Rocky, Grimes, Little Dragon, Zomby, Destroyer, Dum Dum Girls, Wu Lyf, kurz auch Lana Del Rey, Battles, OFWGKTA, John Maus, Gil Scott-Heron & Jamie XX, Frankie & The Heartstrings, 2562, EMA, Tennis, Apparat, Summer Camp, Kanye West & Jay-Z u. v. a. begeistert. Aber nicht nachhaltig: Gehört, geliebt, weitergezogen, immer auf der Suche nach Neuem.

Und dafür gab es 2011 eigentlich nur eine Adresse… Zwar habe ich neue Apps wie wahwah.fm getestet und viel Zeit auf den oben genannten Seiten verbracht, aber die interessantesten Entdeckungen habe ich dieses Jahr definitiv auf SoundCloud gemacht. Während die meisten MySpace-Accounts kaum mehr aktualisiert werden, sind alle (für mich) wichtigen Artists auf SoundCloud vertreten – und posten dort auch regelmäßig neue Tracks, DJ-Sets (siehe oben) oder gleich ganze Alben. Die aufgeräumten Profilseiten sind, gerade weil sie sich nicht nach Belieben customizen lassen, deutlich schicker als die gerne geschmacklosen visuellen Attacken bei MySpace. So steht endlich wieder die Musik im Mittelpunkt. Außerdem lässt sich der SoundCloud-Player überall einbetten. Kein Wunder, dass viele Labels SoundCloud als Promo-Tool einsetzen. Ich bin Fan. Zumindest für den Moment: Meta-Dienste wie musicplayr stehen schon in den Startlöchern. Mit einer solchen Plattform kann man der Zerfaserung des Musikkonsums entgegenwirken. Der Player spielt Songs aus Quellen wie Youtube, SoundCloud oder Vimeo ab – quasi eine zentrale Sammelstelle für Musik aus dem Netz.

Mein neues Lieblingsgenre: 45house

House ist mir, wenn nicht ein Präfix wie Tech- oder Acid- davor steht, in dem meisten Fällen entschieden zu cheesy. Aber wenn man – wie ein DJ aus Boston das macht – House-Tracks einfach etwas schneller abspielt, dann mag auch ich das. Also: Den Pitch-Regler so lange hoch schieben, bis sich der (virtuelle) Plattenteller mit 45 statt 33 rpm dreht und schon hat man ein neues Genre kreiert: 45house. Lässt sich prima mit Jungle/Drum’n’Bass mixen. Love it:

45house-meets-jungle-meets-??? mix June 2011 by DevNull-DJ

Part Time Punks

Konrad Kuhn (hier rechts im Bild – der Herr links hat mit diesem Post überhaupt nichts zu tun. Ausgeliehen habe ich das Bild übrigens hier. Danke dafür!) schickt in schöner Regelmäßigkeit seine Mixe durch. Ich kenne Konrad zwar schon ein paar Jahre, trotzdem weiß ich nicht so viel über ihn, dass nicht genug Raum für Spekulationen bleiben würde. Heute behaupte ich einfach mal: Konrad ist gut organisiert, überaus ordentlich und denkt mehr nach als die meisten anderen DJs. Denn seine Mixe bekommen immer eine thematische Klammer verpasst. Diesmal reiht er unter der Headline „There Is No Such Thing As A Society“ 23 Proto- und Post-Punk-Perlen (sorry, aber diese Alliteration wollte ich mir nicht entgehen lassen) aneinander – u. a. einen meiner All-Time-Faves: „Part Time Punks“ von den TV Personalities. Und er macht sich die Mühe, immer die komplette Playlist abzutippen. Vorbildlich.

There Is No Such Thing As A Society by Konrad Kuhn