Von zu Guttenberg lernen

Nicht nur Minister arbeiten abseits der Politarena hin und wieder als Plagiatoren. Auch Musiker können abschreiben – oder sich zumindest von anderen „inspirieren“ lassen. Ein paar schöne Beispiele:

Die von mir sehr geschätzten Bloc Party haben bei The Jam geguttenbergt, also gleich die Einleitung abgeschrieben. „Helicopter“ von Bloc Party:

Und jetzt The Jam mit „Set The House Ablaze„:

Die von mir nicht so sehr geschätzten BAP schrieben ihren ersten großen Hit wahrscheinlich, nachdem sie zu lange Iggy Pop gehört hatten:

„Verdamp lang her“

Iggys „Bang Bang“

Nneka lehnte den Refrain ihres Hits „Heartbeat“ stark an „Moments in Love“ von The Art Of Noise an (Props für diesen Hinweis gehen an Alvaro Holmes):

Mit Abstand am dreistesten traten aber Nickelback auf. Die schrieben einfach von sich selber ab. Vor ein paar Jahren machte das die Runde: „How You Remind Me“ und „Someday“ sind quasi dieselben Songs, Hier laufen sie parallel:

Best Of 2010 – Die Songs

Da ja eh kaum noch jemand die Geduld aufbringt, sich ein Album von Intro bis Outro aufmerksam anzuhören, ermittle ich schnell noch die besten Songs des Jahres 2010. Die „besten“ ist in diesem Fall gleichzusetzen mit „am häufigsten gehört“. Mein iTunes-Counter ist objektiver, als ich es je sein könnte. Und wenn ich einen Tune während der letzten zwölf Monate 27 Mal gehört habe, scheint er mir irgendwie gefallen zu haben. Alle Titel, die erst später im Jahr ihren Weg in meine Library fanden, werden durch dieses Auswahlverfahren natürlich stark benachteiligt, aber damit müssen sie jetzt eben leben. Meine zehn am häufigsten gehörten Songs im noch laufenden Jahr waren:

10. Grizzly Bear feat. Intuition – „Two Weeks“

Bis 2.07 der beliebte Grizzly-Bear-Hit, aber dann…

9. Kelis – „Acapella (Acid Washed Remix)“

Äußerst effektives Tool, um die Leute auf den Dancefloor zu locken.

8. Phantogram – „Mouthful Of Diamonds“

„You’ve got a mouthful of diamonds / And a pocketful of secrets…“

7. Neon Indians – „Should Have Taken Acid With You“

Er hätte besser keines genommen:

6. Tinie Tempah – „Pass Out“

Gegen Ende mit Drum ’n‘ Bass-Part! Leider der einzige gute Song auf Tinies Album.

5. Theophilus London – „Humdrum Town“

Hätte eigentlich weiter vorne landen müssen. Hab wohl zu oft das Video angeschaut, statt auf iTunes zu setzen.

4. Egyptian Hip Hop – „Rad Pitt“

Bescheuerter Bandname, Songtitel aus Klein-Kalau, musikalisch aber über alle Zweifel erhaben – brillanter Post Punk.

3. The xx – „Islands (Nosaj Thing Remix)“

Meine Lieblinge von 2009 in einem Remix, der sehr selbstbewusst Akzente setzt aber trotzdem die Atmosphäre des Originals bewahrt.

2. Dan Black feat. Kid Cudi – „Symphonies“

Die Streicher sind natürlich super kitschig, aber dank Kid Cudi kriegt die Chose gerade noch mal die Kurve.

1. Chiddy Bang – „Opposite Of Adults“

Klar, das  MGMT-Sample trägt nicht unerheblich dazu bei, dass ich den Song so super finde. Aber schließlich gibt es ganze Genre, die ohne ein nur vier Takte langes Schlagzeugsolo nicht existieren würden. Watch the putzige Video mit Big-Head-Modus: