My Most Played Song Vol. 2

Heute mit: Alvaro Paranoia, Bundeskanzler IT-Spezialist und Label-Inhaber aus Stuttgart.

Alvaro

?: Welches ist der am häufigsten gespielte Song auf Deinem Rechner/Last.fm-Profil?

Alvaro: Das ist leicht: „The Failsafe“ von Misery Signals. Seit ungefähr zwei Jahren.

?: Wie oft hast Du den Song gehört?

Alvaro: 147 Mal.

?: Hat er sich langsam an die Spitze geschlichen oder war es ein Instant-Hit?

Alvaro: Ich fand ihn von Anfang an geil und hab ihn immer wieder gehört. Nur nicht zu oft, sonst verdirbst du ihn dir, nicht wahr.

?: Warum hast Du ausgerechnet diesen Track so oft gehört?

Alvaro: Er stellt die perfekte Symbiose zwischen Geschrei beziehungsweise Geknüppel und schwelgerischem Pop dar. Wütende Emos freuen sich immer, wenn Religion angeprangert wird.

?: Was hast Du denn gegen Religion einzuwenden?

Alvaro: Religionen sind – neben Primatengehabe – die Ursache allen Übels.

?: Emos sind doch nie älter als 17. Du bist aber schon Mitte 30. Wann wirst Du endlich erwachsen?

Alvaro: Du redest von Nu Emo und nicht von der Old School. Frag meine Therapeutin: Einmal Emo, immer Emo. The Smiths haben mein Leben versaut.

My Most Played Song Vol. 1

Heute mit: Tim Reuscher, Grafiker und Blogger aus Hamburg.

Tim

?: Welches ist der am häufigsten gespielte Song auf Deinem Rechner/Last.fm-Profil?

Tim: „Loose Fit“ von den Happy Mondays.

?: Wie oft hast Du den Song gehört?

Tim: Last.fm sagt 41 Mal. Das stimmt aber nicht – ich habe den ja auch auf Vinyl und schon lange vor Last.fm mit iTunes gehört.

?: Warum hast Du ausgerechnet diesen Track so oft gespielt? Und hat er Dich schon mal in einer außergewöhnlichen Situation begleitet?

Tim: Ich war – ehrlich gesagt – eher überrascht. Ich höre das oft ganz klassisch vor dem Ausgehen. Aus der Dusche kommend, während ich so tue, als ob es einen Unterschied machen würde, welches schwarze T-Shirt ich zu welcher Jeans anziehe. Ich glaube, ich habe den Song noch nie in einer sonderlich außergewöhnlichen Situation gehört. Zumindest nicht, wenn ich mir gegenüber so großzügig bin, Sex nicht zu den außergewöhnlichen Situationen zu zählen. „Loose Fit“ ist natürlich ein Hammer-Song, der mir wirklich viel bedeutet. Nicht, weil ich ein bestimmtes Ereignis damit verbinde. Eher, weil er so unglaublich cool ist – und man schon allein durchs Zuhören drei Mal cooler wird, als man ursprünglich war. Meine Nummer zwei ist übrigens „Animal Instinct“ von Six Feet Under…

Das Renner’sche Gesetz

Zoomer.de abgeschaltet, ZUENDER eingefroren, die deutsche Ausgabe von Vanity Fair eingestellt, die Park Avenue menschenleer, Giga TV sendet nicht mehr, der US-Zeitungsmarkt liegt im Sterben… Die Medienbranche hat ein Problem. Robin Meyer-Lucht fasst in seinem Beitrag auf Carta einen Auftritt von Tim Renner im Rahmen des medienpolitischen Colloquiums des IfM zusammen, der sich genau damit auseinander setzt. Im begleitenden Video-Interview zieht der Geschäftsführer von Motor Entertainment und ehemalige Chef von Universal Music Deutschland Parallelen zwischen dem hilflosen Agieren der Journalismusindustrie und dem fatalen Fehlverhalten der Musikindustrie:


Tim Renner: „Die Printwirtschaft steckt in der gleichen Hilflosigkeit wie die Musikindustrie“ from Carta on Vimeo.