transmediale.10 – Impressionen

Mein erster Tag im Haus der Kulturen der Welt (zu Beginn der Transmediale-Woche lag ich krank im Bett, damn) brachte ne Menge Input.

Conrad Wolfram, Mitbegründer der Google-Konkurrenz Wolfram Alpha, nutzte seine Keynote-Rede zu dem großen Thema „Ideologies and Futures of the Internet„, um sein Baby Wolfram Alpha ausführlich vorzustellen, verknüpfte die Eigen-PR aber mit schlauen Bemerkungen zur Organisation von Wissen. Denn jetzt, wo jede denkbare Information quasi frei zugänglich ist, sind wir gefordert. Fazit: Wir müssen lernen, die richtigen Fragen zu stellen.

Wolfram Alpha wartet nur darauf. Ich hab vorher mal ein wenig damit rumgespielt. In manchen Bereichen weiß die Suchmaschine immer noch erschreckend wenig, ist aber immer dann stark, wenn es um die Verknüpfung und Darstellung von Fakten geht. Beispiel: Die einfache Suche „google vs. yahoo“ listet nicht nur diverse Kennzahlen auf, sondern liefert gleich auch ein Schaubild, das viel über den Erfolg der einen und Misserfolg der anderen Company aussagt:

googlevsyahoo

Auch gut: Das von der Kenianerin Juliana Rotich, Blogger & Digital Activist, vorgestellte Projekt Africa Knows. Nichts weniger als ein „Re-branding of Africa“ haben sich die Initiatoren auf die Fahnen geschrieben. Sie wollen der Welt ein anderes Gesicht des Kontinents zeigen, als jenes, das unsere Nachrichtensendungen bestimmt. Ein Afrika jenseits von Katastrophen und Kriegen. Bilder aus Ecken abseits der Touristen-Trampelpfade. Also einfach: Afrika aus Sicht der Afrikaner.

Ein weiteres Highlight: Futura Obscura, eine Ausstellung mit „artworks that use the materials, mechanisms and machines of image-making to illuminate and define our relationship with atemporality – the collision of past, present and future.“ Das führt zu einem data.tron mit Nachrichten direkt aus der Matrix, einer elektronischen Camera Obscura oder Robotern auf Paparazzi-Mission. Zu Gunsten der Erdbebenopfer von Haiti wurde die Ausstellung um zwei Tage – bis zum 9. Februar – verlängert!