I Feel Like Screendancing

Irgendwann in den 90ern ging das los, dass man im Club auf einmal etwas zu sehen bekam. Im Idealfall synchron zur Musik ineinander gemorphte kleine Kunstwerke, häufig aber nur uninspiriert aneinandergereihte Schnappschüsse vom letzten Ostseeurlaub des VJs oder so was. Die noch recht junge Kultur der Club-Visuals wird heute ab 20 Uhr schon musealisiert: Initiator und Kurator Alexis Waltz eröffnet im .HBC in der Karl-Liebknecht-Straße (am Alex) die bis zum 3. Juni laufende Ausstellung „Screendancing – A Retrospective Of Berlin Club Visuals„. I’ll be there.

In den nächsten Wochen zeigen ein paar Veteranen des Genres, wie das live aussieht:

VIDEOCONCERTs at the .HBC KINOSAAL :
15.05. telematique & u-matic with DJ Errorsmith * JUTOJO with DJ Phillip Sollmann/Efdemin
22.05. Lillevan (solo) * Jörg X. Franzmann with Kotai live
29.05. Pfadfinderei with t.b.a. * visomat inc. with DJs Bass Dee, Feed

Schön wolkig

Ohne das Buch auch nur einmal aufgeschlagen zu haben, habe ich Tobias Rapps „Lost and Sound – Berlin, Techno und der Easyjet“ schon ins Herz geschlossen – wegen der Gestaltung der Rückseite. Ein schönes Beispiel dafür, wie die Errungenschaften des Web immer weiter in alle anderen Mediengattungen diffundieren. Rapp klatscht einfach eine schlau compilierte Tag Cloud auf die letzte Umschlagseite und informiert dadurch deutlich besser über den Inhalt seines Buchs als durch einen althergebrachten Klappentext.

Gleich im Vorwort gelingt ihm übrigens eine sehr putzige Definition von Techno und House:

„Das eine ist die Musik mit dem geraden Bummbummbummbumm. Und das andere die Musik mit dem geraden Bummbummbummbumm, über das eine Diva „Release Me!“ singt.“

Ein viel versprechender Einstieg.