Top Of The Blogs

Credit: Monika Wensel / The Hype Machine

Ein letzter Blick zurück auf das vergangene Jahr: The Hype Machine präsentiert diese Woche häppchenweise die 50 besten Alben, Songs, Artists of 2009. Ausgewählt von den – wie sie es treffend formulieren – „most passionate music fans alive: music bloggers“ (für die Albumliste werteten sie die Charts von 550 Bloggern aus). Ganz wunderbar mit schönem exklusivem Artwork für die Artists-Rubrik, Albumplayern und so. Hier klicken. Du wird es nicht bereuen.

Radio Gaga

Last.fm weiß alles über seine User und erzählt es auch freimütig weiter. Wer wann warum welchen Titel gehört und wie er sich dabei gefühlt hat zum Beispiel. Auf diese Weise ergibt sich die ehrlichste Jahresbestenliste – weil nicht beeinflusst von fortschreitender Demenz oder sozialer Erwünschtheit. Gescrobbelt ist nun mal gescrobbelt. In die Wertung kamen alle zwischen Oktober 2008 und November 2009 veröffentlichten Alben.

Und wer hat es nun in die Last.fm-Top 10 geschafft? Kanye West, Green Day oder Animal Collective (!), The Prodigy auch noch mal, Franz Ferdinand und Beyoncé sowieso.

Auf das Treppchen aber durften: Lily Allen (10.522.633 album scrobbles), The Killers (12.471.571) und… Lady Gaga (18.487.195 scrobbles für „The Fame“).

Ich mag ja Kid Cudis Antwort auf „Poker Face“ ganz gerne…

via

Das kommt

Eine kleine Auswahl interessanter Veröffentlichungen, die in den nächsten vier bis fünf Wochen erscheinen werden:

29. Mai
Courtney Tidwell – „Boys“ (City Slang/UMG)
Eels – „Hombre Lobo“ (Cooperative/UMG)
Lhasa – „Lhasa“ (Warner, Tipp! Toll!)
Silversun Pickups – „Swoon“ (Warner)
Speech Debelle – „Speech Therapy“ (Big Dada/Rough Trade, next big thing!)
The Maccabees – „Wall Of Arms“ (Fiction-Cooperative/UMG)

5. Juni
Cass McCombs – „Catacombs“ (Domino/Indigo)
Catherine MacLellan – „Water In The Ground“ (High Romance/Alive)
Cursive – „Mama I’m Swollen“ (Saddle Creek/Indigo)
Tele – „Jedes Tier“ (Tapete/Indigo)
Patrick Wolf – „The Bachelor“ (Bloody Chamber/Rough Trade)
Placebo – „Battle For The Sun“ (PIAS/Rough Trade)
Diverse Interpreten – „Brand NEU!“ (Feraltone/Cargo)
Delta Spirit – „Ode To Sunshine“ (Rounder/UMG)
Kasabian – „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ (Sony)
Brett Dennen – „Hope For The Hopeless“ (Downtown/UMG)
Sonic Youth – „The Eternal“ (Matador-Beggars/Indigo, oh ja, sie können es noch)
Ada – „Adaptations – Mixtape #1“ (Kompakt)

12. Juni
Metric – „Fantasies“ (PIAS/Rough Trade)
Malcolm Middleton – „Waxing Gibbous“ (PIAS/Rough Trade)
Tony Allen – „Secret Agent“ (World Circuit/Indigo)
The Lemonheads – „Varshons“ (Cooking Vinyl/Indigo, Coverversionen, leider nicht so super)

19. Juni
Dinosaur jr.
– „Farm“ (PIAS/Rough Trade, Slacker-Lärm wie immer)
Lord Cut-Glass – „Lord Cut-Glass“ (Chemikal Underground/Rough Trade)
Revolver – „Music For A While“ (Delabel/EMI)
Gossip – „Music For Men“ (Sony)
Elysian Fields – „The Afterlife“ (Vicious Circle/Alive)
God Help The Girl – „God Help The Girl“ (Rough Trade-Beggars/Indigo, Projekt von Belle And Sebastians Stuart Murdoch, sehr schön)
Little Boots – „Hands“ (Warner, enttäuschender Auftritt auf dem Spex-Festival, zu sehr auf Mainstream gebürstet, don’t believe the hype!)
Noisettes – „Wild Young Hearts“ (UMG)
Planetary Assault Systems – „Temporary Suspension“ (Ostgut Ton/Kompakt, Luke Slater!)
Autokratz – Animal (Kitsuné-Cooperative/UMG, knarzt gut)

26. Juni
Jack Penate – „Everything Is New“ (Beggars)
Toy Fight – „Peplum“ (City Slang/UMG)

Pro Ethik

Mit diesem und ähnlichen Plakaten hat so ein komischer Verein in den letzten Wochen ganz Berlin zugekleistert. Doch nicht mal der einst beliebteste Deutsche, good old Quiz-Onkel Jauch, konnte der „Pro Reli“-Initiative zu einem Sieg verhelfen. Die Berliner haben der Initiative gestern eine deutliche Abfuhr erteilt. Nur 29,2 Prozent der Stimmberechtigten machten sich die Mühe, an der Abstimmung teilzunehmen. Und die votierten dann auch noch mehrheitlich gegen „Pro Reli“. Mit 51,3 Prozent Nein-Stimmen ist das leidige Thema hoffentlich endgültig vom Tisch (Quelle: Der Landeswahlleiter für Berlin – Vorläufiges Ergebnis, 100 % der Stimmen ausgezählt).

Eröffnungskonzert Club Transmediale 09

Wolfgang Voigt brachte vergangenen Donnerstag in der Volksbühne sein viel gelobtes Ambient-Projekt „GAS“ auf die Bühne – ursprünglich eine vier CDs umfassende Serie, von der De:Bug sehr treffend als „Meilensteine des kreativen Rauschens bei gelegentlichem Geradeaus-Beat“ beschrieben. Und da stand er dann ziemlich bewegungslos hinter seinem Laptop. Das Publikum in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saal hörte gebannt zu. Kein ständiges Kommen und Gehen in Clubbing-Atmosphäre wie bei Squarepusher vor einigen Wochen an gleicher Stelle. Andächtige Stille, eine beinahe sakrale Atmosphäre, während auf der Leinwand über der Bühne verfremdete Voigt’sche Naturfotografien im Zeitlupentempo vorüberzogen. Große Kunst, mehr E- als U-Musik. Doch eine Frage drängte sich in diesem Setting auf, in dem die Person Wolfgang Voigt himself – überspitzt dargestellt – lediglich den Blick auf die Visuals verstellte. Eine Frage, die in Verbindung mit live performter elektronischer Musik immer wieder aufgeworfen wird. Ist die Anwesenheit des Autors, des Künstlers überhaupt noch vonnöten?

Die Antwort: Unbedingt! Wenn der Künstler so offensichtlich den Applaus genießt wie dieser kleine Sonnenkönig des Kölner Kompakt-Imperiums, als nach einem schön herausgearbeiteten Climax am Ende der besinnlichen eineinhalb Stunden das Licht anging. Wenn sich einer in seinem schwarzen Anzug und weißen Kragen mit einer solchen Hingabe als der Hohepriester des Ambient/Minimal feiern lässt, dann muss der einfach auf die Bühne. Denn in solchen Momenten offenbart der Künstler mehr von sich als in vielen Interviews.

Gas – Untitled (Zauberberg – #1)

Must-Have (I)

Mein Album des Monats: „Glasvegas“ von Glasvegas. Weil die Schotten ihre Gitarren so schön sägen und ineinander zerfließen lassen wie einst My Bloody Valentine oder The Jesus And Mary Chain. Und der Sänger dazu seine ganz eigene Show abzieht, irgendwo zwischen Joey Ramone und Roy Orbison. Also arty Shoegaze vs. Rock ’n‘ Roll-Roughness. Ein Debüt voller Hymnen. Toll, ganz toll, so wie „Geraldine“, der zweite Song des Albums: