Warum kein Journalist Twitter ignorieren darf

In meinem Freundeskreis stoße ich immer noch und immer wieder auf große Skepsis, wenn ich mich als Twitter-User zu erkennen gebe. Das ist nicht weiter verwunderlich, bei Handy, Internet-Zugang via ISDN- und später DSL-Anschluss, WLAN, Xing, Facebook usw. waren zuerst auch die Zweifler in der Mehrheit – heute haben/benutzen alle diese Geräte, Technologien oder Plattformen.

Twitter hat – anders als Facebook – die kritische Masse aber noch nicht überschritten (es gibt in Deutschland nur knapp 300 000 aktive Twitter-User), auch nicht unter den mir bekannten Journalisten. Warum aber gerade diese sich schnellstens mit diesem neuen Nachrichtenmedium (denn nichts anderes ist Twitter) anfreunden sollten, erklärt Dirk von Gehlen, der Redaktionsleiter von jetzt.de, ebendort in dem Artikel „Sie werden diesen Prozess nicht stoppen„. Ein Auszug:

„Denn während es in Deutschland zur Banalität der Twitter-Nutzer, die peinliche Banalitäten verbreiten (sogenannte Oversharer), medienphilosophische Debatten gab, hat sich der Dienst auf einer dritten Ebene (neben der Leitfrage und der jetzt erweiterten Technik) verändert: Dadurch, dass zahlreiche bekannte Menschen, die etwas zu sagen haben (Journalisten, Wissenschaftler, Musiker und auch Stars und Sternchen) Twitter nutzen, um relevante kurze Hinweise zu verbreiten, hat sich ein eigenes Twitter-Universum entwickelt, das mit den belanglosen Alltagsbefindlichkeiten der Oversharer wenig gemein hat. Viele Menschen nutzen den Dienst also mittlerweile nur lesend wie eine kostenfreie Presseschau, die sie auf ihre individuellen Interessen zuschneiden.“

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