Zweierlei Tempi

Ein Abend mit zwei Art-Events, die unterschiedlicher kaum sein könnten:

Le Salon Du Cercle De La Culture

Le Salon Du Cercle De La Culture

Die Circleculture Gallery eröffnete gestern ihren „Le Salon Du Cercle De La Culture A Berlin“ und setzte der nüchternen Strenge der sonst üblichen White-Cube-Präsentation eine urig gemütliche Lounge-Atmosphäre entgegen. Die Galerie in der Gipsstraße bleibt bis zum 23. Juli eine mit Sesseln, Tischchen, Kerzen und Schalen mit Teegebäck voll gestellte Nachbildung eines „literature and art salons of the early 20th century“. So opulent wie das Interieur auch die Liste der ausgestellten Künstler: XOOOOX, Nomad, Stefan Stumbel, Aaron Rose, Anton Unai, Helle Mardahl, Ed Templeton oder Jaybo Monk.

Und genau dieser Jaybo lud gestern zum Live Painting in seinen Project Room in der Schönhauser Allee. Dort durften Augustine Kofie und El Mac ran. Binnen weniger Stunden mussten die beiden Street Artists ein Piece an die Wand hektiken („One Night One Piece„). Ein krasser Gegensatz zu der auf Genuss und Langsamkeit abzielenden Salon-Situation in der Circleculture Gallery.

Live Painting@Project Room 1

Live Painting@Project Room 3

Live Painting@Project Room 2

Live Painting@Project Room 4

Live Painting@Project Room

Leisten solche Veranstaltungen der Junk-Foodisierung der darstellenden Kunst Vorschub, bei der lediglich ein paar hingeschluderte Wegwerfprodukte entstehen? Oder verschafft man damit den Künstlern die Möglichkeit, motiviert durch die Anwesenheit eines Publikums, zur Bestform aufzulaufen? Wie in einem WM-Finale der Malerei bzw. Sprüherei einen Prozess langer und intensiver Vorbereitung kulminieren zu lassen. Um darauf eine Antwort zu erhalten, hätte man die Künstler befragen müssen. Aber die waren ja die ganze Zeit beschäftigt. Vielleicht hole ich das bald mal nach.

Ein Gedanke zu „Zweierlei Tempi

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