Nachgefragt

Okay, gleich mal kurz bei El Mac nachgefragt, wie für ihn der Abend im Project Room war:

?: Does the presence of an audience have an effect on your work?

El Mac: I’m not sure. Concentrating is more difficult with an audience but music helps with that.

?: Does it motivate you? Or intimidate you?

!: Maybe both? Neither? I feel a lot of pressure when painting even when nobody’s watching..but there is that element of being on the spot. I’m an introvert so it’s a challenge.

?: Did you pay attention to what Augustine Kofie was painting?

!: Yes, but not too much, since we were painting separate pieces. I was trying to stay focused. He’s a good friend and crewmate of mine, so I’m always happy to see him paint.

?: Did it feel like a competition?

!: No. We’re friends, and we were painting very different things.

?: What’s to be done with your piece?

!: It was sold that night. The money is supposed to go to an organization called WellDone, which helps provide clean water to underdeveloped parts of Africa.

?: What’s your next mission?

!: Kofie and I painted a fast, small mural outside the Project Room. Now I’m in Dublin Ireland where I’ll be painting soon. Then I paint a mural in Hawaii after that, then Singapore, then possibly Saigon. Then I have to paint like crazy for a solo show this fall in New York City… After that I’d like to find a cave somewhere and meditate.

Zweierlei Tempi

Ein Abend mit zwei Art-Events, die unterschiedlicher kaum sein könnten:

Le Salon Du Cercle De La Culture

Le Salon Du Cercle De La Culture

Die Circleculture Gallery eröffnete gestern ihren „Le Salon Du Cercle De La Culture A Berlin“ und setzte der nüchternen Strenge der sonst üblichen White-Cube-Präsentation eine urig gemütliche Lounge-Atmosphäre entgegen. Die Galerie in der Gipsstraße bleibt bis zum 23. Juli eine mit Sesseln, Tischchen, Kerzen und Schalen mit Teegebäck voll gestellte Nachbildung eines „literature and art salons of the early 20th century“. So opulent wie das Interieur auch die Liste der ausgestellten Künstler: XOOOOX, Nomad, Stefan Stumbel, Aaron Rose, Anton Unai, Helle Mardahl, Ed Templeton oder Jaybo Monk.

Und genau dieser Jaybo lud gestern zum Live Painting in seinen Project Room in der Schönhauser Allee. Dort durften Augustine Kofie und El Mac ran. Binnen weniger Stunden mussten die beiden Street Artists ein Piece an die Wand hektiken („One Night One Piece„). Ein krasser Gegensatz zu der auf Genuss und Langsamkeit abzielenden Salon-Situation in der Circleculture Gallery.

Live Painting@Project Room 1

Live Painting@Project Room 3

Live Painting@Project Room 2

Live Painting@Project Room 4

Live Painting@Project Room

Leisten solche Veranstaltungen der Junk-Foodisierung der darstellenden Kunst Vorschub, bei der lediglich ein paar hingeschluderte Wegwerfprodukte entstehen? Oder verschafft man damit den Künstlern die Möglichkeit, motiviert durch die Anwesenheit eines Publikums, zur Bestform aufzulaufen? Wie in einem WM-Finale der Malerei bzw. Sprüherei einen Prozess langer und intensiver Vorbereitung kulminieren zu lassen. Um darauf eine Antwort zu erhalten, hätte man die Künstler befragen müssen. Aber die waren ja die ganze Zeit beschäftigt. Vielleicht hole ich das bald mal nach.

Der englische Patient

Passt heute so schön: Zwischen Eröffnungsspiel und dem langweiligen 0:0 noch kurz in meinem favourite Zeitschriftenladen vorbeigeschaut. Gleich am Eingang auf ein schmales Bändchen gestoßen, das dem prominentesten Sportverletzten der Republik gewidmet ist: 73 Ballack-Fotografien, die Olaf Nicolai 2005 bis 2006 aus Tageszeitungen ausgeschnitten hat. Auf 250 Stück limitiert, nummeriert, 35 Euro teuer und auch direkt beim Verlag bestellbar. Nice.

New Kids On The Blogosphere

Na ja, so richtig new dann doch nicht. Isabelle Pohl und Norman Röhlig hatten ja schon wie aus dem Nichts TheJunction erschaffen. Jetzt schicken die beiden Berliner ihr neues Baby raus: i-ref.de. Das Mag zeigt „die Kunst von heute, das Design von morgen und vielleicht auch den Sound von übermorgen. Doch eines zeigt es immerzu: den Menschen dahinter“. Und weiter: „Everything is interesting…“ behaupten die beiden, ordnen die Welt in die drei Kategorien „People“ (Interviews, Portäts, Features), „Life“ (offline Erlebtes) und „Web“ (Treibgut aus dem Netz). Damit auf i-ref.de auch genug passiert, hat das Blog schon jetzt mehr Autoren rekrutiert als eine deutsche Tageszeitung mittlerer Größe. Gutes Konzept, interessante Themenauswahl, schöne Anmutung. Good luck.

Abschiedsgeschenk

The Dance Inc. – This Fighting from Audiolith Records on Vimeo.

The Dance Inc., der vielleicht dienstälteste Highflyer im Audiolith-Portfolio, melden Insolvenz an und verschenken zum Abschied gleich ein ganzes Album. Die Synthies auf „This Fighting“ haben passenderweise mindestens ein bis zwei Tränen im Display. Elektro-Pop für Freunde der 80’s – und das sind trotz jahr(zehnt)elanger Revivals heutzutage ja irgendwie immer noch alle.

Drei Freunde müsst ihr sein

Der Mann mit der Zauberstimme, der die Grenzen der Romantik scheinbar unendlich erweitern konnte, ohne je  kitschig zu werden, hat sich ein neues Konzept ausgedacht. Als Singer/Songwriter hatte José González so ziemlich alles richtig gemacht, doch die Stilmittel sind in diesem Genre als One-Man-Show nun einmal begrenzt. Also traf er sich mit seinen alten Compañeros Elias Araya & Tobias Winterkorn und gründete Junip.

Ein Album soll im September erscheinen, die „Rope And Summit“-EP läuft jetzt schon im Player hier unten, kann auf der Website der Band nach Registrierung runtergeladen werden (die Single „Rope And Summit“ gibts auch direkt hier ganz ohne irgendwelche Hürden).

Reality Check gewünscht? Bitteschön: City Slang hat am 30. Juni den Festsaal Kreuzberg angemietet, um Junip und Norman Palm, den anderen neuen kleinen Star des Labels, zu präsentieren.