Musée Mécanique – Hold This Ghost

Sean Ogilvie und Micah Rabwin sind die beiden Hauptakteure bei Musée Mécanique. Benannt haben die beiden singenden Multiinstrumenalisten ihre Band nach dem – dieser Hinweis darf in keiner Rezension fehlen – Musikinstrumente- und Spielautomaten-Museum an der Fisherman’s Wharf in San Francisco. Einem beliebten Touristen-Treff, wo sich (zumindest als ich vor ein paar Jahren dort war) ein paar Punks, die sich selbst als Freaks bezeichneten, ihren Lebensunterhalt damit verdienten, sich gegen Geld mit Touris fotografieren zu lassen. Für einen kurzen Moment dachten wir damals darüber nach, unsere Urlaubskasse auf ähnliche Weise aufzubessern. Hatte mein Reisebegleiter doch neben einer eindrucksvollen Gesichtsbehaarung immerhin eine ziemlich eklig speckige Freak-Brothers-Basecap im Fundus. Seine damalige Lieblingsmütze, die er übrigens auch bei der Einreise in die USA getragen hatte. Und die gefiel dem Immigration Officer auf Anhieb so gut, dass er uns etwas ausführlicher interviewte als die anderen Reisenden vor uns in der Schlange.

Ziemlich unfreakig dagegen das Debütalbum der Band aus Oregon. Trotzdem nicht ganz unpassend der Name, denn das Quintett hat ein Faible für alte klapperige Instrumente. Auf Akkordeon, Glockenspiel, Melodica, singender Säge, analogen Synthesizern oder Akustikgitarre hauchen Musée Mécanique zehn wertvolle Songs hin. In ihrer Leichtigkeit und sonnendurchtränkten Wärme erinnern sie dabei häufig an die Kollegen von Air. File under: Melodische Musik zum Wohlfühlen. Zusammen mit einigen anderen neuen, mir noch gänzlich unbekannten Alben habe ich „Hold This Ghost“ vor ein paar Wochen auf meinen Shuffle geschaufelt und im Random-Modus durchlaufen lassen. Immer wenn mir ein Lied gut gefiel, ließ ich die Stimme aus dem Off, die Voice-over-Funktion, Titel und Interpret aufsagen. Musée Mécanique waren oft dabei, dank der zerbrechlichen Zartheit ihrer Songs und dank der verspielten aber nie überladenen Arrangements.

Musée Mécanique sind übrigens bald mit Get Well Soon in Deutschland unterwegs. Termine da.

Und zum Schluss noch das Video zur ersten Single „Like Home“:

(erscheint am 29. 1. via Souterrain Transmissions/Rough Trade, auch auf Vinyl)