Endlich online: metastabil

Back in the days… Ja, damals im letzten Jahrtausend, im goldenen Print-Zeitalter, heckte ich in meinem kleinen verstaubten WG-Zimmerchen in der – jawohl – Gutenbergstraße in Stuttgart-West einen Plan aus: Wie wäre es denn, wenn man von allen schriftstellernden Freunden (und davon gab es einige) Texte sammelte, den Grafikdesign studierenden Mitbewohner mit Bier bestechen würde – und einfach – so mir nichts, dir nichts – ein Heft bastelte, so eine Art Literatur-Zine… Wäre eigentlich ganz cool, ne?!

Gedacht, gemacht: Zusammen mit Markus „Skinny“ Ebinger setzte ich den Gedanken schnell in die Tat um. „metastabil – zeitschrift mit texten“ hieß unser Baby. Die erste Ausgabe trugen wir noch selbst in den Copyshop, klebten in einem Akt der genussvollen Selbstausbeutung grüne Rechtecke aufs Cover und verteilten die Hefte in einer Hand voll Bars, Cafés und Plattenläden. Nach und nach entwickelte sich die Sache: Wir organisierten metastabil-Lesungen, bekamen Texte aus dem ganzen deutschsprachigen Raum zugeschickt, das Heft wurde von Ausgabe zu Ausgabe umfangreicher, die Auflage stieg und stieg, in der Druckerei nahm man sich Zeit für uns. Es hätte eine schöne Erfolgsstory werden können… Wenn wir nicht von Anfang an beschlossen hätten, dass wir das Ganze auf einer Non-Profit-Basis betreiben wollten (Stichwort: Idealismus). Und dann hatten wir irgendwann lange genug studiert, der Magen knurrte, wir fingen an zu arbeiten – und hatten für ein so aufwändiges Hobby keine Zeit mehr. Gar keine Frage: metastabil lag im Sterben.

Kurz bäumte sich das Projekt noch einmal auf. Online, zusammen mit Jan Lutz führten wir mehrere kurze „Literarische Übergriffe im Netz“ (kurz: „L.Ü.G. im Netz“) durch, überfielen mit einer munteren und zu allem bereiten Autorenschar so flashmobmäßig (allerdings lange bevor das Phänomen eine lästige Modeerscheinung wurde) diverse Foren gut besuchter Websites.

Dann passierte lange nichts.

Doch jetzt wird metastabil unsterblich, denn das Internet vergisst nie: Der liebe Timecrusher hat noch einmal seine alten Festplatten rausgekramt, die Heftchen in PDFs umgewandelt, und seit heute sind alle fünf metastabil-Ausgaben endlich wieder verfügbar – und zwar genau da:

metastabil 01.

metastabil 2.0

metastabil 3.0

metastabil 4.0

metastabil 6.0

Und jetzt reicht es für diese Woche aber auch mal mit der Issuu-Mania.

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5 Gedanken zu „Endlich online: metastabil

  1. Endlich online! Eigentlich kann’s mir ja egal sein – ich habe ja von jeder Ausgabe noch ein, zwei Heftchen, aber die Leute können jetzt endlich auch mal was ordentliches lesen im Internet.
    Yay!

  2. Pingback: NeinAffeNein

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