Best Of 2011

Jamie xx Essential Mix by Young Turks

Bisher listete ich kurz vor Silvester die Alben oder Tracks auf, die ich in dem jeweiligen Jahr am häufigsten gehört hatte, gut fand oder denen ich eine so große Relevanz beimaß, dass sie unbedingt erwähnt werden mussten. 2008 zum Beispiel, 2009 als Countdown in zehn Akten, 2010 getrennt nach Alben und Tracks. Bei der Auswahl vertraute ich auf (jetzt dreh ich den Swag auf) meinen vorzüglichen Geschmack, mein umfangreiches, über viele Jahre hart erarbeitetes, beinahe enzyklopädisches Wissen im Bereich populärer Musik, mein dadurch geschärftes und natürlich untrügliches Gespür für Trends, meinen iTunes-Wiedergabezähler und den einen oder anderen Zufall.

Dieses Jahr ist alles anders. Mein Musikkonsum hat sich mittlerweile so stark verändert, dass ich keine solchen Listen mehr zusammenstellen mag. Alben höre ich kaum noch, nur noch wenig läuft über die eigene Festplatte und iTunes. Natürlich habe ich auch schon in den letzten Jahren viel auf Youtube, Last.fm, Hype Machine und sonstwo im Netz gehört. Aber es gab tatsächlich immer noch ein paar Alben oder einzelne Songs, die ich immer mal wieder rauskramte oder anklickte und die deswegen einen bleibenden Eindruck hinterließen.

2011 war das nicht mehr der Fall. Natürlich haben mich SBTRKT, Ghostpoet, Azealia Banks, A$AP Rocky, Grimes, Little Dragon, Zomby, Destroyer, Dum Dum Girls, Wu Lyf, kurz auch Lana Del Rey, Battles, OFWGKTA, John Maus, Gil Scott-Heron & Jamie XX, Frankie & The Heartstrings, 2562, EMA, Tennis, Apparat, Summer Camp, Kanye West & Jay-Z u. v. a. begeistert. Aber nicht nachhaltig: Gehört, geliebt, weitergezogen, immer auf der Suche nach Neuem.

Und dafür gab es 2011 eigentlich nur eine Adresse… Zwar habe ich neue Apps wie wahwah.fm getestet und viel Zeit auf den oben genannten Seiten verbracht, aber die interessantesten Entdeckungen habe ich dieses Jahr definitiv auf SoundCloud gemacht. Während die meisten MySpace-Accounts kaum mehr aktualisiert werden, sind alle (für mich) wichtigen Artists auf SoundCloud vertreten – und posten dort auch regelmäßig neue Tracks, DJ-Sets (siehe oben) oder gleich ganze Alben. Die aufgeräumten Profilseiten sind, gerade weil sie sich nicht nach Belieben customizen lassen, deutlich schicker als die gerne geschmacklosen visuellen Attacken bei MySpace. So steht endlich wieder die Musik im Mittelpunkt. Außerdem lässt sich der SoundCloud-Player überall einbetten. Kein Wunder, dass viele Labels SoundCloud als Promo-Tool einsetzen. Ich bin Fan. Zumindest für den Moment: Meta-Dienste wie musicplayr stehen schon in den Startlöchern. Mit einer solchen Plattform kann man der Zerfaserung des Musikkonsums entgegenwirken. Der Player spielt Songs aus Quellen wie Youtube, SoundCloud oder Vimeo ab – quasi eine zentrale Sammelstelle für Musik aus dem Netz.

Share

Not A Tattoo Magazine

TISSUE Launch 1

TISSUE Launch 3

TISSUE Launch 2

Noch ein neues Mag: TISSUE – Everything sexy. Von Uwe Jens Bermeitinger und Hans Bussert, den einstigen Machern des Nude Paper, und dementsprechend stoffarm bebildert. Den Fotografien von u. a. Dido Fontana werden Beiträge von Nella Beljan und vielleicht noch anderen Autoren zur Seite gestellt. Das muss ich so vage formulieren, denn auf der gestrigen Launch-Party in der Société de 032C war das Heft nur hinter Glas zu sehen.

A Proper One (or TISSUE Is NOT A Tattoo Magazine) from TISSUE on Vimeo.

Share

Let It Snow, Let It Snow, Let It Snow

Kommenden Donnerstag darf sich die vorweihnachtliche Besinnlichkeit eine kurze Auszeit nehmen. In der Beletage über dem ktv in der Chausseestraße 36 (in Berlin-Mitte – wo sonst) startet gegen 20.30 Uhr die Ausstellung “Satellite Noir”. Der Name verrät es schon: Es wird wenig bunt werden. Noir ist das neue Schwarz. Dashs Bruder Max Snow präsentiert einige seiner Schwarz-Weiß-Fotografien mit hohem Schwarz-Anteil (siehe oben). Björn Wallbaum zeigt seine “Black Theory Series”. Womit sich diese Theorie beschäftigt? Das musst Du schon selbst herausfinden.

Share

Konsumtipps für den 2. Advent

Bevor der Kapitalismus as we know it sich aus Europa verabschiedet, schnell noch mal Geld ausgeben – und dabei Gutes tun. Das geht am kommenden Wochenende ganz einfach, vorausgesetzt man wohnt in Berlin:

- Das Xmas-Special des “Kein Durst“-Flohmarkts gastiert diesen Sonntag im Cookies – siehe Flyer oben oder zugehörigen Facebook-Event.

- Auch am Sonntag findet der Tor Day statt. Die Torstraßen-Posse macht aus dem zweiten Advent einen Gastro-Shopping-Hybrid. In Civilist, Firmament, Soto & Co. darf man kaufen und essen. Auch dazu gibts natürlich einen Facebook-Event. Im Bold-Showroom werden für die Aktion Friedensdorf e. V. alte Klamotten gesammelt.

Share

Noch ein Netzwerk

Cloud Cities 5

Facebook, Google+, Diaspora, … It’s all about Netzwerke these days. Bis 15. Januar kann man sich im Hamburger Bahnhof durch ein Offline-Netzwerk bewegen. Der argentinische Künstler Tomás Saraceno hat der großen Ausstellungshalle eine seiner “Cloud Cities” eingepflanzt. Von einem schwarzen Seilnetz in Form gehalten, bilden zellenartige Plastik-Bubbles eine “Biosphäre” oder einen “Flying Garden”, wie Saraceno das nennt.

Cloud Cities 2Cloud Cities 1

Cloud Cities 3

Cloud Cities 4Cloud Cities 6

Share

OE Magazine Issue 2

OE Magazine @ voo

OE Magazine @ voo

OE Magazine @ voo

Gibts seit gestern: die zweite Ausgabe des OE Magazines. Eine Zeitschrift Ein Heft mit Bildern. Ist schön anzuschauen, aber was fehlt sind Texte. Natürlich bin auch ich Fan von Fotos, aber ein paar Buchstaben hier und da machen ein Mag deutlich interessanter. Is eh klar, ne. Gefeiert wurde der Launch im voo store.

Share

Mein Discovery Channel

Alles, worauf ich stoße und spitze, spannend, spektakulär und/oder schön finde, worüber ich aber nicht viele Worte verlieren will, was nicht nur als Link über Twitter rausgehauen werden kann oder darf, was aber trotzdem mit einer größeren Öffentlichkeit geteilt werden muss als den paar Hundert Facebook-Freunden, die ich habe, findest Du ab sofort auf http://somethingididnotknow.tumblr.com.

Share

Sofort getaggt

Seit die iPhone-Kamera mehr Pixel hat als Berlin Einwohner, bleibt meine Digiknipse immer öfter in der Schublade. Und weil ein unbearbeitetes, nicht gesharetes Bild so 2005 ist, braucht man mindestens Instagram besser aber noch ein paar weitere Foto-Apps. Zum Beispiel EyeEm. Entwickelt von ein einem kleinen Team – hier in der neuen Startup-Hauptstadt Berlin. EyeEm-Gründer Florian Meissner erklärt, was er macht.

?: Zuerst die Frage, die ich jedem Startup stelle: Wie erklärst Du Deinen Eltern, was EyeEm genau ist?

Florian Meissner: Am besten erkläre ich das meiner Mom, indem ich ihr die App direkt vorführe: Ich mache ein Foto, wähle einen Filter aus und dann kommt meistens schon der Aha-Effekt: “Woher weiß die App denn, dass wir gerade am Hackeschen Markt in Berlin sind und Kaffee trinken?” Dann lade ich das Foto hoch und frage Sie, was für Fotos Sie sehen will. Die App schlägt uns direkt vor, welche Orte, Themen oder Events wir um uns herum entdecken können. Sie möchte gerne noch mehr Leute beim Kaffee trinken sehen. Also wähle ich den Tag “Coffee” und wir sehen uns an, was für Fotos andere Menschen auf der Welt beim Kaffee trinken machen. Oder wir sehen uns an, was für Fotos in den letzten Tagen am Hackeschen Markt gemacht wurden. Oder in Berlin in der letzten Stunde und so weiter.

?: Wodurch unterscheidet sich EyeEm von anderen Foto-Apps wie z. B. Instagram?

Bei EyeEm geht es nicht nur um das Schießen und Teilen von Fotos, sondern auch um das aktive Entdecken anhand der Fotos, die wir machen. EyeEm merkt sich, was für Fotos man schießt und liefert aufgrund dessen Vorschläge von Orten, Events, Themen und anderen Fotografen, und ermöglicht so ein spielerisches Entdecken.

?: Wer macht EyeEm?

EyeEm wurde von Flo Meissner, Lorenz Aschoff, Gen Sadakane und Ramzi Rizk gegründet. Wir haben unser Büro in Berlin und sind mittlerweile insgesamt acht Leute, die an der Weiterentwicklung arbeiten.

?: Wie viele Bilder werden pro Tag durchschnittlich hochgeladen?

Mittlerweile sind es schon einige Tausend und es werden täglich mehr.

?: Bleiben die Urheberrechte bei den Fotografen oder wie handhabt Ihr das?

Das ist uns ganz wichtig. Die Urheberrechte bleiben zu 100 % bei den Fotografen.

?: Worin liegt der Reiz von Mobile Photography? Spiegelreflexkameras machen doch immer noch viel bessere Bilder.

Der Reiz liegt einerseits in der Verbindung von Fotografie und Kommunikation und andererseits in der freien Zugänglichkeit von ‘Mobile Photography’ als Medium. Natürlich habe ich mit einer Spiegelreflexkamera mehr technische Möglichkeiten, als mit der Autofokus-Linse eines Handys. Aber was passiert danach? Ich muss die Fotos auf meinen Computer laden, sie bearbeiten, selektieren, hochladen. Mit einem Smartphone passiert all das in ein paar Sekunden. Gleichermaßen brauche ich kein Vorwissen, um mit meinem Handy ein Foto zu machen; ich habe es immer dabei und ein Knopfdruck genügt, um ein cooles Foto zu produzieren. Dadurch entsteht ein ganz neuer Zugang zur Fotografie, der live und unmittelbar ist und jedermann offen steht.

Persönlich bin ich der Meinung, dass die Frage nach dem Medium nicht mehr wirklich interessant ist. Es gibt kein Entweder-Oder. Ob ich ein Foto mit einer 100 Jahre alten Kamera, einer hochmodernen Spiegelreflexkamera oder meinem iPhone mache, ist ganz egal. Was zählt, ist das Foto und das, was ich damit mache. Und da werden die Möglichkeiten, die ich mit einem Smartphone habe, interessant. Ich kann das, was ich sehe, innerhalb von Sekunden teilen und habe eine Welt voller Fotos in meiner Hosentasche. So etwas gab es bisher nicht. Deswegen ist es sehr interessant, in diesem Gebiet zu arbeiten und die Zukunft der Fotografie mitzugestalten.

Share

Boris bloggt

Boris Guschlbauer reist, schreibt Bücher (nicht nur) darüber – und jetzt bloggt er auch noch: auf www.ichwilleineriesenbockwurstmitsenfundzwarsofort.de. Feed wird abonniert. Und zwar sofort.

Share

Modeselektor Record Release Party

Nur einige wenige, stets mit großer Sorgfalt ausgewählte Veranstaltungen finden hier, in dieser Oase des guten Geschmacks, Erwähnung. Auf Modeselektors Record Release Party weise ich hin, weil:

- einer der beiden Tracks mit Thom Yorke so unglaublich toll atemlos pulsiert. “Shipwreck”-Snippet bitte im Albumplayer anhören, bevor Du weiterliest.

- der Rest des Album auch gut bis sehr gut geworden ist, mit Gästen wie Sascha Ring, Anti Pop Consortium oder Otto von Schirach.

- Live-Auftritte von Modelselektor eine sichere Bank sind. Nach wenigen Minuten drehen garantiert alle durch. So sicher wie das Amen im Bundestag.

Am 29.9. wird im Astra gefeiert. Es gibt noch Tickets.

Share